Mensakreis

Mensakreis

Der Mensakreis ist eine Art ehrenamtliches Miteinander einer Schulgemeinde, in der alle Mitglieder gleichberechtigt sind. Sie treten ein für eine ausgewogene, schmackhafte Schulverpflegung, ansprechend angeboten in einer angenehmen, wohltuenden Atmosphäre.

Der Mensakreis verbindet alle Beteiligten einer Schulgemeinde und ermöglicht ihnen einen direkten Austausch zu Fragen des Verpflegungsangebots. Die Partizipation aller führt zu einer Akzeptanzsteigerung und Verankerung nachhaltiger Kommunikationsstrukturen.

Gestaltung der Schulverpflegung

Insbesondere Ganztagsschulen haben sich in den letzten Jahren immer mehr vom Lern- zum Lebensraum der Schülerinnen und Schüler entwickelt. Die Mittagsverpflegung stellt dabei das Kernstück dar, es dient nicht nur als Ruhephase zwischen den Lerneinheiten, sondern fördert auch die Konzentration und Leistungsfähigkeit. 

Die Verpflegung ist je nach Schule sehr unterschiedlich gestaltet und besteht beispielsweise aus süßen und pikanten Snacks, warm oder kalt, die selbst hergestellt oder aufgebacken werden; Müslis, Joghurt, Obst und Gemüsesticks; Getränken unterschiedlicher Art, einem warmen Mittagessen, bestehend aus Frischkost/ Salaten, einem Hauptgericht und einem Dessert oder frischem Obst. Angeboten wird das Essen am Kiosk oder in der Mensa. Das Angebot kann von einem Caterer, einer eigenen Schülerfirma oder dem Projekt „Schüler kochen für Schüler“ bereitgestellt werden. In einigen Fällen betreiben Schülerinnen und Schüler einen kleinen Kiosk, in dem sie in den Pausen zusätzliche Kleinigkeiten oder sogar belegte Brötchen anbieten. 

Das Angebot für das Frühstück, die Snacks am Kiosk oder das Mittagessen sollte sich dabei an den DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Schulen orientieren. Wichtig ist hierbei, dass alle Beteiligten gleichermaßen diese Empfehlungen als Grundlage anerkennen und aktiv mittragen.

Der Mensakreis dient zum einen der Besprechung und Ausrichtung des Angebots, zum anderen der Verknüpfung zwischen dem Essensangebot und den Themen Essen und Trinken im Unterricht, Projektwochen sowie den Nachmittagsangeboten. Eine gelebte Ernährungsbildung in Schule steigert die Akzeptanz des Verpflegungsangebotes und erfordert die Partizipation aller Mitglieder der Schulgemeinde. 

Die Beteiligten im Mensakreis bringen nicht nur unterschiedliche Bedürfnisse, sondern auch Sichtweisen und Expertisen mit ein. Daher kann der gemeinsame Dialog im Mensakreis zunächst herausfordernd wirken; er ist jedoch von zentraler Bedeutung, um Schulverpflegung auf einen guten Weg zu bringen, die Qualität sicherzustellen und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Definition

Der Mensakreis ist ein Gremium, in dem an der Schulverpflegung beteiligte Personengruppen (Vertreterinnen und Vertreter des Schulträgers, der Schulleitung, der Eltern, der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte und des Caterers sowie gegebenenfalls weitere Beteiligte) miteinander im Dialog stehen, um die Qualität der Schulverpflegung zu sichern und weiterzuentwickeln. Eingebunden werden soll diese in ein ganzheitliches Konzept der Ernährungsbildung unter Berücksichtigung der individuellen schulischen Rahmenbedingungen, um einen gesundheitsförderlichen Ganztag zu gestalten.

Bedeutung und Vorteile

Der Mensakreis ist eine Art ehrenamtliches Miteinander einer Schulgemeinde, in der alle Mitglieder gleichberechtigt sind. Sie treten ein für eine ausgewogene, schmackhafte Schulverpflegung, ansprechend angeboten in einer angenehmen, wohltuenden Atmosphäre.

Im Mensakreis begegnen sich unterschiedliche Perspektiven und Sichtweisen der einzelnen Mitglieder, die stellvertretend für eine Gruppe, zum Beispiel Schülerinnen und Schüler, stehen und in diesem Bereich die Expertinnen und Experten sind. Unterschiedliche Bedürfnisse stehen sich (zunächst) möglicherweise entgegen, gleichzeitig eint das gemeinsame Bedürfnis, die Schulverpflegung bestmöglich zu gestalten. Daher ist es umso wichtiger, eine gegenseitige Akzeptanz für die einzelnen Verantwortungsbereiche zu entwickeln und somit einen respektvollen und wertschätzenden Rahmen für die gemeinsame Zusammenarbeit zu schaffen.

Ein persönlicher Bezug zur Gemeinschaft wächst und es wird ein Bewusstsein geschaffen für die gesellschaftliche Verantwortung, denn eine gelungene Schulverpflegung macht einen großen Baustein der Ernährungsbildung im Ganztag aus. Das Engagement könnte als „Zeitinvestition in die Zukunft“ gesehen werden – damit dies nachhaltig gelingt, sollte eine verpflegungsbeauftragte Person (im Idealfall ein Tandem aus Lehrkraft und pädagogischer Fachkraft) benannt werden. Über die inhaltlichen Belange hinaus kann durch das Kennenlernen und die gemeinsame Erarbeitung die Identifikation mit der Schule gestärkt werden und ein Gefühl der Zufriedenheit wachsen darüber, Teil dieses Prozesses zu sein. Diese verstärkte intrinsische Motivation kann nach außen in die jeweiligen Personengruppen weitergegeben werden und einen positiven, gar ansteckenden Schulentwicklungsprozess in Gang setzen.

Bei der Einberufung eines Mensakreises wirkt diese Motivation deutlich stärker bei den Handlungen und im Umfeld als die Notwendigkeit, aufgrund eines mangelnden bis schlechten Angebots oder der Unzufriedenheit, nicht ausreichend oder wohlwollend versorgt zu sein, aktiv zu werden. Im Sinne einer positiven Schulentwicklung ist es sinnvoll, einen „lebendigen“ Mensakreis einzuführen, der regelmäßig tagt und wertschätzend durch die Schulleitung unterstützt wird.

Beteiligte Personen

Die im Mensakreis vertretenen Personen bringen verschiedene Perspektiven, Rollen und Verantwortlichkeiten mit, die im Rahmen eines nachhaltigen Schnittstellenmanagements zwischen Schulträger und Schulgemeinde essenziell sind. Nur wenn sich alle Beteiligten
austauschen und an Entscheidungsprozessen partizipieren, wird die Basis für ein gesundheitsförderliches und wirtschaftlich tragfähiges Verpflegungsangebot im Ganztag geschaffen, das gemeinschaftlich angenommen und akzeptiert wird.

Die Schulleitung ist für die Steuerung der Schule und den damit verbundenen Schulentwicklungsprozess verantwortlich. Im Rahmen der Schulkultur kann bereits Einfluss auf die Prioritäten und Themen genommen werden. Insbesondere für ganztägig arbeitende Schulen bietet hier der Qualitätsrahmen mit seinen acht Qualitätsbereichen einen wichtigen Ansatzpunkt zur Gestaltung des Verpflegungsangebots. Weiterhin kann beispielsweise durch das Zertifikat Schule & Gesundheit das Engagement einer gesundheitsförderlichen Schule sichtbar gemacht werden.

Die verpflegungsbeauftragte Person einer Schule kümmert sich darum, dass eine gelingende Schulverpflegung unter Einbezug einer ganzheitlichen Ernährungsbildung umgesetzt wird. Sie leitet den Mensakreis neutral an, trifft Absprachen zwischen dem Caterer, der Schulleitung, den Schülerinnen und Schülern oder auch dem Schulträger sowie dem Hausmeister und weiteren Beteiligten. Die jeweilige Person sollte in Rücksprache mit der Schulleitung sorgfältig ausgewählt und bei Beabsichtigung der Beauftragung angesprochen werden, da die Identifikation und das Interesse an dem Thema entscheidenden Einfluss auf das Gelingen haben. Unterstützung erhält die verpflegungsbeauftragte Person durch das kostenlose Qualifizierungsangebot zum Verpflegungsbeauftragten, das wichtige Grundlagen für die Arbeit im Mensakreis vermittelt.

Die Mitarbeitenden im Ganztag unterstützen die Betreuung und sorgen für ein gutes Gelingen, indem sie die zu verpflegenden Kinder (besonders in den Grundschulbereichen) beim Mittagessen begleiten und hierdurch wichtige Erkenntnisse bezüglich der Akzeptanz des Verpflegungsangebots sammeln. Bilden eine Lehrkraft und eine pädagogische Fachkraft ein Tandem als verpflegungsbeauftragte Personen, ist dies besonders gewinnbringend, um die Angebote von Unterricht und ganztätiger Bildung miteinander zu verbinden und abzustimmen.

Die Schulträger sind verantwortlich für die räumliche und sächliche Ausstattung der Schulverpflegung. Damit verbunden ist beispielsweise die Erstellung einer Ausschreibung, die Gestaltung von Verträgen mit dem Caterer sowie dessen Beauftragung. Häufig wird das Mittagessen durch den Schulträger direkt oder indirekt subventioniert; dies muss nicht immer in Form eines Zuschusses für das Mittagessen erfolgen, sondern kann auf vielfältige Weise, wie etwa die Übernahme der Küchenpacht oder die Bereitstellung von Ausgabekräften erfolgen. Darüber hinaus werden Küchen beispielsweise mit den benötigten Geräten ausgestattet. Aufgrund der unterschiedlichen Regelungen sollte immer erfragt werden, ob und in welcher Art und Weise der zuständige Schulträger das Mittagessen subventioniert. Mindestens genauso wichtig ist es, dies gegenüber der Schulgemeinde transparent zu machen, um bei Änderungen wie Preisanpassungen leichter ins Gespräch gehen zu können.

Der Caterer/Speisenanbieter gestaltet eine Schulverpflegung, die häufig mit der ersten großen Pause und damit dem Kioskverkauf beginnt. Gelegentlich gibt es Schulen, die ein kleines Frühstück und Getränke bereits vor dem Unterricht anbieten. Beteiligt an der Ausgabe des Mittagessens ist das Mensapersonal oder andere beauftragte Ausgabekräfte. Sie sind verantwortlich dafür, dass das Angebot optisch ansprechend, gut platziert oder frisch zubereitet ist. Gleichzeitig sind sie Ansprechpersonen für Schülerinnen und Schüler und erhalten so direktes und wertvolles Feedback. Sollte es neben dem Mittagessen noch weitere Möglichkeiten zur Zwischenverpflegung geben, ist eine Abstimmung aller Beteiligten, beispielsweise was das Angebot und die Öffnungszeit betrifft, von besonderer Bedeutung – auch hierfür bietet der Mensakreis Raum zum Austausch. Das Angebot sollte sich an den DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung von Schulen orientieren, in dem sich weitere Informationen und Hinweise zur Gestaltung finden.

Die Schülerinnen und Schüler, die eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Schulverpflegung in einer für die jeweiligen Bedürfnisse angepassten Umgebung erhalten, sind leistungsfähiger und haben eine ausdauernde Konzentrationsfähigkeit über den gesamten Schulalltag. Die Mensa ist nicht nur Essensraum, sondern auch Lebensraum, in dem die Schülerinnen und Schüler als Gäste und Kunden angesehen werden. Sie bietet Platz für ein gemeinschaftliches Miteinander, für Austausch und Kommunikation zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern. Insofern Familien Anspruch auf „Bildung und Teilhabe“ haben, ist es von besonderer Bedeutung, dass diese Leistungen abgerufen werden, da die Schule oftmals der einzige Ort ist, an dem die Schülerinnen und Schüler eine warme Mahlzeit erhalten.

Die Eltern profitieren von einer ausgewogenen Schulverpflegung, indem Sie ihre Kinder die ganze Schulzeit über gut versorgt wissen. Gleichzeitig ist das Thema Essen und Trinken auch sehr emotional behaftet und geht mit unterschiedlichen Essbiografien, -kulturen sowie -gewohnheiten einher. Diese individuellen Erfahrungen gilt es mit den Ansprüchen der Gemeinschaftsverpflegung in Einklang zu bringen. Somit sind auch Eltern ein wichtiger Teil der Schulgemeinschaft und sollten im Mensakreis vertreten sein.
 

Wollen Eltern ein Probeessen in ihrer Schule erhalten, kann dies zur Akzeptanz beitragen. Mit dem Caterer vor Ort kann abgeklärt werden, ob dies nach einer vorherigen Anmeldung möglich ist oder beispielsweise bei einem Schulwechsel der Elternschaft an einem festen Termin zu Schuljahresbeginn optional ermöglicht wird. Wie ein Mensakreis aufgebaut ist, kann sich von Schule zu Schule unterscheiden. Es kann sinnvoll sein, anlassbezogen weitere Personen zum Mensakreis einzuladen, wie beispielsweise den Förderverein, Hausmeister oder den Kioskbetreiber.

Nachhaltige Verankerung

Die Gründung eines Mensakreises bietet sich zu jeder Zeit an. Um diesen nachhaltig zu verankern und ein gutes Miteinander aufzubauen, empfiehlt es sich, diesen anlassunabhängig einzuführen. Auch wenn ein Mensakreis aus einer herausfordernden oder unzufriedenstellenden Situation heraus entsteht, kann er ein wirkungsvolles Instrument sein, um ins Gespräch zu kommen, Perspektiven zu klären und gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten. Eine externe Beratung kann dabei unterstützen, festgefahrene Positionen aufzulösen und einen konstruktiven Prozess anzustoßen.

Beispiele

Positive Motivation (Auswahl):

  • Neuanfang oder vor der Errichtung einer Mensa
  • Beginn eines neuen Schuljahres
  • Wunsch nach Partizipation und gegenseitigem Kennenlernen
  • Wunsch nach Mitgestaltung
  • Ernennung einer verpflegungsbeauftragten Person
  • Umstellung der Bewirtschaftungsform (von Fremd- auf Eigenbetrieb oder eine Schülerfirma/Koch-AG – oder umgekehrt)
  • Neue Ausgestaltung von Räumen oder weitere Anschaffung von Geräten
  • Ausrichtung der Schulkultur mit Blick auf Schulverpflegung als Teil des Bildungsauftrages

Aufgrund einer unzufriedenstellenden Situation (Auswahl):

  • Wechsel des Caterers/Speiseanbietenden
  • Änderungswunsch bei der Qualität (regional, saisonal, bio, vegetarisch/vegan)
  • Änderung der Angebotsform: Menüangebot zu Komponentenangebot
  • sinkende Essenszahlen
  • unzufriedenstellendes Angebot
  • Änderung des Schulprofils
  • Änderung des Essenspreises
  • viele Lebensmittelreste
  • kurze Essenszeiten 

Aspekte zur Gestaltung eines Mensakreises

Der Mensakreis lebt von der Partizipation aller Beteiligten und bietet die Gelegenheit zur gemeinsamen Gestaltung. Damit das gelingt, braucht es neben der grundsätzlichen Bereitschaft auch geeignete strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen.

Gestaltung

Bei der Gestaltung eines Mensakreises ist es hilfreich, folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Eine verantwortliche Person (in der Regel die oder der Verpflegungsbeauftragte) setzt sich für die Themen Ernährungsbildung und Schulverpflegung „den Hut“ auf. Die verpflegungsbeauftragte Person kann auch erst in dem Prozess gefunden werden; wichtig ist es, einen Anfang zu machen und die Schulgemeinde darüber zu informieren, dass ein Mensakreis eingeführt werden soll, denn nur so können sich interessierte Personen engagieren und mitwirken.

In Abstimmung mit der Schulleitung werden Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Personengruppen eingeladen. Die Einladung erfolgt so früh wie möglich, spätestens 14 Tage vor dem Termin, möglichst mit der Bitte um schriftliche Rückmeldung bezüglich der Teilnahme. Eine Erinnerung etwa zwei bis drei Tage vor dem Treffen ist sinnvoll – spätestens hier wird eine Tagesordnung angehängt, die bei Bedarf um weitere Punkte ergänzt werden kann.

Im ersten Mensakreis steht nicht primär die inhaltliche Arbeit, sondern das Kennenlernen und die Bedürfnisse, Erwartungen und das gemeinsame Verständnis über die Arbeit und das Miteinander im Mittelpunkt. Eine wertschätzende und rücksichtsvolle Zusammenarbeit stellt das Fundament der gemeinsamen Arbeit dar und trägt wesentlich zu einem erfolgreichen Schulentwicklungsprozess bei.

Die Moderation sollte in einer Hand, etwa bei der verpflegungsbeauftragten Person, verankert sein. Das Thema Essen und Trinken ist emotional behaftet, wobei viele unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, daher ist eine neutrale Moderation von besonderer Relevanz. Im gemeinsamen Prozess sollte immer wieder ein Perspektivwechsel eingenommen werden, um das gegenseitige Verständnis für zugrundeliegende Bedürfnisse und Rahmenbedingungen zu fördern.

Zu Beginn der Sitzung ist die Verteilung weiterer Aufgaben zu klären. Ein inhaltliches Protokoll dient zur Dokumentation, darüber hinaus ist es sinnvoll, ein Vereinbarungsprotokoll (wer macht was bis wann) sowie eine Teilnehmendenliste zu erstellen, um den Prozess transparent zu gestalten und Verbindlichkeiten zu schaffen. Um die Moderation zu entlasten, könnte diese Aufgabe beispielsweise reihum erfolgen (die Schülerinnen und Schüler ausgenommen). Falls der Mensakreis nicht ohnehin in einem festen Rhythmus umgesetzt wird, ist am Ende der Sitzung unbedingt ein neuer Termin abzustimmen und ins Protokoll aufzunehmen.

Die beiden Protokolle sind nach Möglichkeit zusammen mit der Ankündigung des neuen Termins zeitnah zu versenden. Personen, die bei dem Treffen nicht dabei sein konnten, sollten kurz informiert werden, falls Vereinbarungen getroffen und Aufgaben verteilt wurden, die bis zum nächsten Mensakreis zu erledigen sind. Die Schulgemeinde sollte über die Arbeit im Mensakreis kontinuierlich informiert werden; getroffene Maßnahmen, das Verpflegungsangebot betreffend, sollten durch ernährungsbildende Projekte und Einheiten begleitet werden, um die Akzeptanz zu steigern und einen gesundheitsförderlichen Ganztag optimal zu gestalten.

Rahmenbedingungen

Im Hinblick auf die Rahmenbedingungen ist es hilfreich, folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Erfahrungsgemäß sollte die Dauer eines Mensakreis-Treffens zwischen anderthalb und zwei Stunden betragen, um ausreichend Zeit für einen Austausch zu schaffen und ein Mitwirken gleichzeitig zu ermöglichen. Geeignete Wochentags- und Tagungszeiten sollten im Voraus mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Die Rahmenbedingungen können sich je nach Lage und Einzugsgebiet der Schule sehr unterschiedlich gestalten. Ein Zeitraum findet sich meist von Montag bis Donnerstag zwischen 14:30 und 18:30 Uhr.

Insofern möglich, bietet sich ein Treffen in der Mensa besonders gut an, sodass bei Bedarf die räumliche und sächliche Ausstattung im Blick behalten werden kann. Besonders beim ersten Treffen ist es zu empfehlen, dieses in Präsenz umzusetzen, um Hürden abzubauen und Beziehungsarbeit zu fördern. Spätere Sitzungen sind je nach Anlass und Länge auch digital möglich.

Mensakreise, die bereits länger bestehen, tagen in der Regel circa zweimal jährlich, sofern kein dringlicher Anlass vorliegt. Da sich zu Beginn sowie nach der Hälfte des Schuljahres häufig Änderungen ergeben, ist dies ein günstiger Zeitpunkt für ein Treffen. Zur leichteren Terminfindung empfehlen sich Routinen, zum Beispiel immer der dritte Montag zum neuen Schuljahr und Halbjahr oder Ähnliches. Bei einem Mensakreis, der sich neu gründet oder bei dem ein aktuelles Anliegen zu besprechen ist, ist es empfehlenswert, häufiger zu tagen. Wie oft und wann, sollte gemeinsam besprochen werden. Es kann auch hilfreich sein, dass sich zwischen den vereinbarten Mensakreisen ein Teil der Arbeitsgruppe trifft (Verpflegungsbeauftragte, Caterer, Schulträger).

Im Rahmen eines Mensakreises können alle Anliegen im Bereich Ernährungsbildung und Schulverpflegung zum Thema gemacht werden. Mögliche Themen und Aspekte sind:

  • Ist-Stand-Analyse: Erhebung einer Ist-Stand-Analyse zur Schulverpflegung und Ernährungsbildung im Ganztag
  • Rahmenbedingungen: Rhythmisierung der Essens-zeiten und Integration von Bewegungsphasen vor oder nach dem Essen sowie Möglichkeiten zur Entspannung während der Essenszeiten
  • Akzeptanz und Teilhabe: Besprechung von Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung und Erhöhung der Zahl der Essensteilnehmenden
  • Verpflegungskonzept: Fachlich-inhaltliche Gestaltung eines gesundheitsfördernden und nachhaltigen Verpflegungsangebots im Rahmen eines schulischen Verpflegungskonzepts
  • Qualität und Hygiene: Gewährleistung eines hygienischen Umgangs mit Lebensmitteln, insbesondere Hygienebelehrungen bei „Schüler kochen für Schüler“ 

Praxistipps

Im Folgenden werden Anregungen für die Umsetzung eines Mensakreises an Ganztagsschulen an die Hand gegeben:

Eine Lobkultur für ehrenamtliche Arbeit an der Schule pflegen und regelmäßig zum Ausdruck bringen; die Arbeit des Mensakreises und der beteiligten Personen sichtbar machen und würdigen. Beispielweise können Namensschilder vorbereitet werden, damit sich die Teilnehmenden auch mit Namen ansprechen können, außerdem bietet sich eine Sitzordnung in Kreisform an anstelle einer frontalen oder Reihenanordnung.

Es empfiehlt sich, die Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen. In Rücksprache mit der Schulleitung kann gegebenenfalls zumindest eine kleine Stundenentlastung eingeräumt werden. Wird die Aufgabe des Verpflegungsbeauftragten im Tandem wahrgenommen, beispielsweise von einer Lehrkraft und einer pädagogischen Fachkraft, können nicht nur Aufgaben verteilt werden, sondern es kann auch eine ideale Verknüpfung zwischen Unterricht und Angeboten am Nachmittag/im Ganztag angestrebt werden.

Eine kontinuierliche Dokumentation und Kommunikation sowie frühzeitiges Kümmern hinsichtlich der Nachfolge bei einem anstehenden Wechsel sind für die Transparenz und die Weitergabe an nachfolgende Personen wichtig. Gut ist es, jeweils vor dem letzten Termin eines Schuljahres abzuklären, wer weiter dabei ist, oder günstigstenfalls schon eine Nachfolgeregelung getroffen zu haben.

Die Einarbeitung und das Durchdringen der Themen und zugrundeliegender Rahmenbedingungen benötigt Zeit. Ein Perspektivwechsel stärkt das gegenseitige Verständnis und unterstützt dabei, Hürden in einem möglicherweise vorhandenen Spannungsfeld abzubauen. Das Fundament für die inhaltliche Arbeit ist ein wertschätzendes Miteinander, weshalb auch Raum für einen Austausch, besonders zu Beginn der Beziehungsarbeit, eingeräumt werden sollte.

Im Sinne der Qualitätssicherung und -entwicklung der Schulverpflegung ist es essenziell, sich gemeinsam anhand von Leitfragen der aktuellen Situation anzunähern und hieraus Ansatzpunkte für Veränderungen, Ziele sowie Maßnahmen abzuleiten und diese kontinuierlich zu evaluieren. Ein zugrundeliegendes Verpflegungskonzept kann gemeinsame Grundlage für die Arbeit sein.

Fachliche Veranstaltungen und Fortbildungen unterstützen bei der inhaltlichen Gestaltung der Schulverpflegung und bei der Auswahlpassender ernährungsbildender Projekte sowie außerschulischer Partner. Auch ein Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen oder eine Hospitation kann hierbei gewinnbringend sein. Darüber hinaus können Schulen Beratungsangebote und Coachings in Anspruch nehmen, die durch externe Beraterinnen und Berater im Bereich Schulverpflegung umgesetzt und begleitet werden.

Fazit

Das Herzstück des Ganztags ist das Pausen- und Mittagskonzept einer Schule, das alle Qualitätsbereiche sowie den gesamten Schulalltag beeinflusst. Neben der Gestaltung der Schulverpflegung bestimmt die ganzheitliche Einbindung der Ernährungsbildung die Akzeptanz des Angebotes wesentlich. Der Mensakreis, in dem alle an der Verpflegung beteiligten Personen repräsentiert sind, bringt wertvolle Aspekte für eine gelingende Schulverpflegung ein.

Das wichtigste Instrument ist ein offener, ehrlicher und respektvoller Umgang miteinander sowie eine Kommunikation „aus der Gruppe heraus“, um die jeweilige Schulgemeinde möglichst schnell zu informieren, in die Umsetzung zu gelangen und Maßnahmen zu evaluieren. Eine erfolgreiche Schulentwicklung gelingt nur dann, wenn Strukturen nachhaltig verankert sind und ein gemeinsamer Dialog erfolgen kann. Ein Mensakreis sowie eine verpflegungsbeauftragte Person sollten daher in jeder Schule vorhanden sein, um unter Berücksichtigung der individuellen Rahmenbedingungen einen gesundheitsfördernden Ganztag auf einen guten Weg zu bringen und zu gestalten.

Fachliche Expertise

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Fachinformation

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Hannelore Weise
Diplom-Oecotrophologin und Beraterin an der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Hessen

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