Für den Begriff Zwischenverpflegung gibt es keine einheitliche Definition. Die Mahlzeiten liegen zeitlich zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen, beziehungsweise dem Mittag- und dem Abendessen. Auch die Organisation gestaltet sich unterschiedlich: Zwischenverpflegungen werden gekauft, von zu Hause mitgebracht oder im schulischen Ganztagsangebot gemeinsam mit den Kindern zubereitet. Was Schulkinder als Verpflegung zwischendurch mitbringen, reicht von Rohkost und Vollkornprodukten über Snacks bis hin zum Bargeld.
Fachinformation:
Zwischenverpflegung
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Begriffsklärung
Die Zwischenverpflegung in Ganztagsschulen bietet sie die Chance, mit Schülerinnen und Schülern eine vielfältige, gesunde und nachhaltige Ernährungsweise einzuüben. Verknüpft mit einer praktischen Ernährungsbildung kann eine Akzeptanzsteigerung des schulischen Verpflegungsangebots erreicht werden.
Bedeutung und Einbindung
Der Ausbau von Ganztagsschulen führt dazu, dass Schule sich immer mehr vom Lern- zum Lebensraum entwickelt. Infolgedessen nimmt die Verpflegung einen zentralen Aspekt ein, da sie nicht nur die Mittags-, sondern auch die Zwischenverpflegung im Ganztag umfasst. Damit wird Verpflegung zunehmend auch als Teil schulischer Bildungs- und Erziehungsarbeit verstanden, insbesondere im Ganztag.
Empirische Befragungsergebnisse deuten darauf hin, dass Eltern die Zwischenverpflegungen in der Praxis so zusammenstellen, dass sie den Wünschen und Vorlieben ihrer Kinder entsprechen. Die Empfehlungen zu einer ausgewogenen und gesundheitsförderlichen Verpflegung können dadurch in den Hintergrund geraten, auch weil die überwiegende Anzahl der Eltern und Bildungskräfte nicht mit dem Nutri-Score für verarbeitete Lebensmittel vertraut ist.
Sowohl Eltern als auch Kinder äußern Interesse an Informationen über geeignete Produkte, Nährwerte, Produkttests, vermittelt durch unabhängige Ernährungsfachkräfte. Da die Nährstoffreserven bei Kindern nach dem Frühstück am Morgen noch leer oder wenig gefüllt sind, leisten die Zwischenmahlzeiten wichtige Beiträge zur täglichen Nährstoffzufuhr.
Empfehlungen zur Zwischenverpflegung
Fachinstitutionen beschreiben den „Goldstandard“ für die Zwischenmahlzeiten wie folgt:
- eine Portion frisches Obst oder Gemüse
- eine Portion Brot/Backware (möglichst in der Vollkornvariante)
- ein Milchprodukt oder Trinkmilch
- ein energiefreies oder -armes Getränk (frei von Zucker, Koffein, Taurin)
Der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen gibt zu Frühstück und Zwischenverpflegungen ähnliche Hinweise. Rohkost, Milch/Milchprodukte, Vollkorngetreideprodukte und energiearme Getränke sind fester Bestandteil der Empfehlungen. Weiterhin gibt er konkrete Hinweise zur Lebensmittelqualität und -häufigkeit für ein gesundheitsförderndes und nachhaltiges Verpflegungsangebot in Schulen, erarbeitet auf der Basis von fünf Wochentagen. Diese sind differenziert nach Mischkost und ovo-lacto-vegetarischer Kost. Darüber hinaus bietet die Broschüre „Zwischenverpflegung im Schulalltag“ die folgenden Inhalte:
- Empfehlungen auf einen Blick
- Tipps für die praktische Umsetzung
- Was tun, wenn Kinderwünsche nicht den Empfehlungen entsprechen?
- Auf was ist noch zu achten?
Das Verpflegungsangebot an Schulen sollte an diese Empfehlungen angepasst werden. Das hat den Vorteil einer ganzheitlichen Einbettung der Verpflegung in grundsätzliche Kriterien einer ausgewogenen Ernährung für Kinder innerhalb des Ganztags. In Hessen ist diese Ausrichtung empfohlen und in der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen verankert.
Praxistipps
Die Schulverpflegung, und damit auch die Zwischenverpflegung, sollte sich an den Empfehlungen der DGE-Qualitätsstandards für Verpflegung in Schulen orientieren. Weniger geeignete Produkte und Lebensmittel sollten durch Alternativen wie ungesalzene Nüsse, Studentenfutter, Joghurt mit Obst, zuckerfreies Müsli oder Rohkost ersetzt werden.
Im Hinblick auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen sollten Nudging-Ansätze, also kleine, gezielte Veränderungen zur positiven Beeinflussung von Entscheidungen, für eine verbesserte Verhältnissteuerung, Akzeptanzförderung und Aufenthaltsqualität im Speiseraum stärkere Berücksichtigung erfahren.
Es hat sich bewährt, dass die am Verpflegungsangebot beteiligten Akteurinnen und Akteuren im Rahmen eines Mensakreises zusammenarbeiten. Hier können gemeinsam Ansatzpunkte für Veränderungen definiert werden, um die Schule schrittweise auf ein Verpflegungsangebot umzustellen, das nicht nur gesundheitsförderlich, sondern auch nachhaltig und in der Breite akzeptiert ist.
Die Kommunikation selbst kleiner Maßnahmen, die im Mensakreis getroffen werden, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Schulgemeinde. Eine transparente Kommunikation trägt wesentlich zur Akzeptanz des Verpflegungsangebots bei.
Die sozialen Räume des Essens und Trinkens sollten Kindern die Möglichkeit bieten, in einer wertschätzenden Atmosphäre eigene Erfahrungen zu sammeln, ohne belehrenden Charakter. Vielmehr sind Orte, Plätze, Räume und Schulkioske gefragt, an denen Kinder selbst ein eigenes positives Ambiente ausgestalten können: mit einer ausgewogenen Lebensmittelauswahl, mit erschwinglichen Preisen, einem schmackhaften, fairen, interkulturellen Angebot und Informationen aus vertrauenswürdigen Quellen.
Zur Sensibilisierung für eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Zwischenverpflegung ist eine begleitende Ernährungsbildung im Ganztag zentral. Angebote sollten praxisnah und erlebbar im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung gestaltet sein.
Auch außerschulische Lernorte, etwa Bauernhöfe, Umweltbildungszentren oder Werkstätten bieten vielfältige Möglichkeiten, Ernährungsbildung praxisnah und erfahrungsorientiert zu gestalten.
Fazit
Für den Begriff Zwischenverpflegung gibt es keine einheitliche Definition. Was ein gutes Pausenbrot ist, ist Geschmackssache – ebenso vielfältig ist das Angebot. Von zentraler Bedeutung ist dabei, wann, wo, wie und mit wem Kinder zwischendurch essen und trinken. Im Rahmen der Schulverpflegung werden Schulkinder genau wie bei der Mittagsverpflegung an fünf Wochentagen zwischenverpflegt.
Zwischenverpflegung im Ganztag bietet deshalb eine große Chance, mit Schülerinnen und Schülern eine vielfältige, gesunde und nachhaltige Ernährungsweise einzuüben. Im Hinblick auf die Akzeptanz ist die Passung von Versorgungsund Bildungsauftrag von besonderer Bedeutung – Ernährungsbildung in Ganztagsschulen sollte daher ein zentrales Element darstellen; sowohl während des Unterrichts als auch in Form von außerschulischen Angeboten.
Fachliche Expertise
Fachinformation
Zwischenverpflegung
Dr. Karin Bergmann
Freie Diplom-Oecotrophologin
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